Was tun bei einer verdächtigen E-Mail?
„Ihr Konto wurde gesperrt“, „Ihr Paket wartet“, „Bitte überweisen Sie heute noch“: Solche E-Mails landen jeden Tag in deinem Postfach, und sie werden immer besser gemacht. Hier erfährst du, woran du sie erkennst, was du tun solltest und was hilft, wenn du schon geklickt hast.
Im Zweifel immer so
Linksnicht anklicken
Anhängenicht öffnen
Antwortennicht auf die E-Mail selbst
Nachfragenauf einem anderen Weg, z. B. per Telefon
01 — Woran du eine gefälschte E-Mail erkennst
Betrüger nennen das Phishing, vom englischen Wort für Angeln: Sie werfen einen Köder aus und hoffen, dass jemand anbeißt. Früher erkannte man solche Mails an holprigem Deutsch. Das hilft heute kaum noch, viele sind fehlerfrei und sehen aus wie vom echten Absender. Achte deshalb auf diese Zeichen:
- Druck und Eile: „Innerhalb von 24 Stunden“, „sonst wird Ihr Konto gelöscht“. Echte Banken und Behörden setzen dir keine Frist per E-Mail.
- Der Absender passt nicht: Der Name sagt „Raiffeisen“ oder „A1“, die Adresse dahinter ist aber eine ganz andere. Klick oder tipp auf den Namen, dann siehst du die echte Adresse.
- Der Link führt woanders hin: Fahr am Computer mit der Maus über den Link, ohne zu klicken. Unten im Fenster erscheint, wohin er wirklich führt. Am Handy hältst du den Finger kurz auf den Link.
- Unerwartete Anhänge: Eine Rechnung, die du nicht erwartest, ein ZIP-Archiv oder ein Dokument, das dich bittet, „Inhalte zu aktivieren“.
- Ungewöhnliche Bitten: Zugangsdaten bestätigen, ein Passwort eingeben, Gutscheinkarten kaufen oder Geld auf ein neues Konto überweisen.
02 — Die Masche, die Betriebe richtig Geld kostet
Besonders gefährlich für Betriebe ist die gefälschte Kontoänderung. Eine Mail sieht aus, als käme sie von einem Lieferanten, mit dem du seit Jahren arbeitest: „Unsere Bankverbindung hat sich geändert, bitte überweisen Sie künftig auf dieses Konto.“ Manchmal ist das echte Postfach des Lieferanten gekapert, dann stimmt sogar die Absenderadresse.
Die Regel, die davor schützt, ist einfach: Kontoänderungen werden nie per E-Mail bestätigt, sondern immer mit einem Anruf. Und zwar unter der Nummer, die du schon in deinen Unterlagen hast, nicht unter der aus der E-Mail. Dasselbe gilt, wenn angeblich dein Chef oder deine Chefin per Mail eine dringende Überweisung verlangt.
03 — Was du mit einer verdächtigen E-Mail machst
- Nichts anklicken, nichts öffnen, nicht antworten.
- Wenn du unsicher bist, ob die Mail echt ist: den Absender auf einem anderen Weg fragen. Bei Bank oder Paketdienst öffnest du die App oder tippst die Adresse selbst in den Browser.
- Die Mail in deinem Mailprogramm als Spam oder Phishing melden. Damit lernt der Filter dazu.
- Danach löschen.
Ob gerade eine bestimmte Betrugswelle unterwegs ist, siehst du bei der Watchlist Internet. Die unabhängige österreichische Plattform sammelt aktuelle Warnungen, und du kannst dort auch selbst eine Falle melden.
04 — Schon geklickt? Kein Grund zur Panik
Das passiert auch vorsichtigen Menschen. Wichtig ist, jetzt rasch und ruhig zu handeln:
- Passwort eingegeben? Gleich auf der echten Website ändern und überall, wo du dasselbe Passwort verwendest. Zwei-Faktor-Anmeldung einschalten, falls noch nicht geschehen.
- Bankdaten oder Kartennummer eingegeben? Sofort deine Bank anrufen und die Karte sperren lassen. Die Nummer steht auf der Rückseite deiner Karte und in deiner Banking-App.
- Einen Anhang geöffnet? Den Computer vom Internet trennen, also WLAN aus oder Kabel ziehen, und mich anrufen. Nicht weiterarbeiten, bis wir nachgesehen haben.
- Geld überwiesen? Sofort die Bank anrufen, manchmal lässt sich die Überweisung noch stoppen. Danach Anzeige bei der Polizei erstatten.
05 — So schützt du deinen Betrieb vorab
Ein Passwort-Manager ist auch hier eine große Hilfe: Er trägt dein Passwort nur auf der echten Website ein. Bietet er auf einer Anmeldeseite nichts an, obwohl du dort ein Konto hast, ist das ein deutliches Warnzeichen. Dazu die Zwei-Faktor-Anmeldung für E-Mail, Bank und Social Media: Selbst wenn ein Passwort gestohlen wird, kommt damit niemand allein in dein Konto.
Und sprich mit deinem Team darüber. Eine kurze Absprache wie „Kontoänderungen nur nach Rückruf“ und „im Zweifel lieber einmal zu viel nachfragen“ verhindert viele Schäden, bevor sie entstehen.
Du bist dir bei einer Mail nicht sicher? Leite sie mir weiter, ohne etwas anzuklicken. Ich sehe sie mir an und sage dir, ob sie echt ist.
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